Karate die Kampfkunst Teil 5
Viele Menschen können Karate als eine Variante des Kampfsports einordnen, doch nur selten ist die eigentliche Bedeutung dieser Sportart bekannt. Diese dient überwiegend dem Weg der Selbstfindung und Selbsterfahrung, sie soll das Innere des Körpers von negativen Gedanken und Gefühlen befreien. Dabei spielt die körpereigene Selbstbeherrschung eine sehr bedeutsame Rolle und Persönlichkeit, Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden sollen gefördert werden.
Entwickelt wurde die besondere Kampfkunst von chinesischen Mönchen zwecks Selbstverteidigung, ihnen wurde nicht gestattet Waffen zu tragen und so entstand im Laufe der Zeit aus ursprünglich gymnastischen Übungen diese Kampfart. Karate als Sport, so wie man es heutzutage kennt, hat seine Wurzeln in Japan. Hier wurde die traditionelle Kampfkunst in eine Körperkultur mit eigenem Regelwerk umgewandelt.
Die sinngemäße Übersetzung des Wortes, dass der Kämpfer waffenlos und seine Hand leer ist, spricht für sich und stellt die respektvolle Bedeutung zum Rivalen dar. Denn nicht Sieg oder Niederlage sind das eigentliche entscheidende Ziel bei dem Kampf, sondern die Achtung seines Gegners steht an oberster Stelle. Es geht vielmehr darum, ein Körpergefühl zu erlangen, um in bestimmten Situationen angemessen handeln zu können. Durch Selbstbeherrschung und hohe Konzentrationsfähigkeit soll die Entwicklung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit ausgearbeitet werden. Kampfgeist, Dynamik und Rhythmus sollen harmonieren.
Sowohl im Training, als auch bei Wettkämpfen, wird niemals richtig zugetreten oder geschlagen, sondern Fuß- und Fauststöße werden vor dem Auftreffen des gegnerischen Körpers abgestoppt. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Wettkampfdisziplinen, eine davon ist der Freikampf, auch Kumite genannt. Dabei befinden sich zwei Teilnehmer auf einer Kampffläche gegenüber und versuchen, verwertbare Stöße und Tritttechniken anzubringen.
Die zweite Disziplin, Kata, ist eine Abfolge genau festgelegter Angriffs- und Abwehrtechniken gegen mehrere imaginäre Gegner, die sich aus verschiedenen Richtungen nähern. Die Verletzungsregelung wird strengstens eingehalten und sorgfältig beachtet, wer sich nicht daran hält, wird disqualifiziert. Es wird sehr darauf geachtet, dass Körperschäden der Kampfpartner völlig ausgeschlossen sind.
Die Schulung und das Erlernen dieses Kampfsports soll die Voraussetzung von Selbstdisziplin, Verantwortungsbewusstsein und Körperkontrolle schaffen, hierbei werden vielseitige Anforderungen an Körper und Geist gestellt. Zusätzlich bietet Karate einen idealen Ausgleich zum gewohnten, oftmals stressigen Arbeitsalltag. Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Beweglichkeit werden trainiert, alle Eigenschaften wirken positiv auf das Allgemeinbefinden und sorgen für Widerstandsfähigkeit in allen Lebenslagen. Hauptsächlich soll die körpereigene Wahrnehmung trainiert werden, Konzentration wird durch Atemübungen, Meditation und Entspannungstechniken gesteigert.
Natürlich ist dieser Kampfsport eine wirksame Verteidigungsart, mit der man sich in einem Notfall helfen kann. Darum erfreut sich dieser Sport auch bei Frauen und jungen Mädchen stetig wachsender Beliebtheit. Die erlernte Gelassenheit, ausgeprägte Geschicklichkeit und ein schnelles Reaktionsvermögen sorgen bei einem Angriff für eine sinnvolle Verteidigung. Egal, welcher Altersgruppe man angehört, es stellt für alle Teilnehmer ein Ausgleichssport dar, steigert die allgemeine Fitness und bereitet einen durch optimale Verteidigungsmöglichkeiten auf Notsituationen vor. Das körperliche Leistungsvermögen wird aufgebaut und langfristig gestärkt, Körper und Geist werden in Einklang gebracht.
Eine Vielzahl von Vereinen bieten Anfängerkurse an, so kann man stufenweise Geschicklichkeit und Leistungsvermögen trainieren. Die unterschiedlichen Leistungsstufen werden durch farbige Gürtel ausgezeichnet, diese sind Ansporn und Hilfe zugleich, Turnierteilnahmen finden generell auf einer freiwilliger Basis statt.
