Karate die Kampfkunst Teil 4

500 n. Chr. entwickelten chinesische Mönche, denen es untersagt war, Waffen zur Verteidigung zu tragen, eine Kampfsportart, welche bis heute viele Anhänger um sich scharen kann: Karate. Aus verschiedenen gymnastischen Einheiten wurden über viele Jahre hinweg spezielle Techniken zur Selbstverteidigung und Selbstfindung entwickelt, die später als Kampfkunst mit eigenem Regelwerk in vielen Regionen Japans Einzug hielten. Inzwischen ist diese Kampfkunst international bekannt und beliebt.

Allerdings erzielen öffentlichen Schauvorführungen und Auftritte oftmals einen etwas irreführenden Eindruck. So ist Karate keineswegs eine reine und harte Kampfsportart, die sich dem Zerschlagen von Brettern widmet. Auch geht es nicht darum, den Gegner möglichst brutal außer Gefecht zu setzen, wie in vielen Kampffilmen suggeriert wird. Vielmehr ist es ein Weg, um mit seinem Körper und seinem Geist in Einklang zu kommen.

Bei dieser Sportart geht es weder um Siegen noch Verlieren, vielmehr steht die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und die Entfaltungsmöglichkeiten eines jeden Individuums im Mittelpunkt. Nach langen Jahren des Karatetrainings, damit verbunden eine extreme körperliche und starke geistige Selbstbeherrschung, reifen Menschen die diese Sportart ausüben, zu ausgeglichenen Individuen heran. Sie sind mit sich selbst in Reinen.

Selbstbeherrschung, Konzentration und vor allem die Achtung des Gegners stellen zentrale Elemente dieses Kampfsportes dar. Gerade während der Ausbildung, also den Monaten und Jahren, in denen man die grundlegenden Techniken erlernt, ist die Achtung und der Respekt gegenüber dem Gegner unabdingbar. Beherrscht man die Techniken nicht und geht gleichzeitig zu sorglos mit seinem Trainingspartner um, können durch die kraftvollen Tritte und Bewegungen schnell ernsthafte Verletzungen entstehen.

Die so trainierte Körperbeherrschung resultiert in hoher Kraft und Ausdauer, Schnelligkeit, einer großen Beweglichkeit und einem intensiven Körperbewusstsein. Entspannungstechniken, Atemübungen und Meditationen runden das Training ab. Für viele Karateka, also Personen, die diese Sportart ausüben, steht neben diesem positiven Trainingseffekt für Körper und Seele aber noch ein weiterer Aspekt im Mittelpunkt: Die Selbstverteidigung.

Trainiert man in Karate, trainiert man Schnelligkeit, Gelassenheit und Geschicklichkeit – Dinge, die im Fall eines tatsächlichen Angriffs dazu führen, dass das Opfer nicht in Panik gerät. Kombiniert mit dem nötigen Wissen, wie man im Ernstfall einen Gegner effektiv außer Kraft setzen kann, stabilisiert dieser Sport das Selbstvertrauen und lindert Angst vor Übergriffen. Gerade für Frauen und Mädchen ist diese Sportart daher eine gute Art der Selbstverteidigung. Die psychologischen Trainingseinheiten verhindern Überreaktionen und schaffen Sicherheit.

Im Wettkampf wird zwischen Freikampf („Kumite“) und einem genau festgelegten Kampfturnier („Kata“) unterschieden. Im Freikampf werden verschiedene Schlag- und Schritttechniken angewandt mit dem Ziel, den Gegner zu besiegen. Wobei Verletzungen ausgeschlossen werden, wird der Gegner verletzt, wird der Kampfpartner, welche diese Verletzungen verursacht hat, vom Spiel disqualifiziert. Im Kata sind die verschiedenen Techniken in ihrer Abfolge genau festgelegt. Zudem tritt man gegen einen imaginären Partner an. Ziel ist es, ein ästhetisches Spiel aus Dynamik, Rhythmik und Kampfgeist entstehen zu lassen.

Gerade die Techniken des Kata wurden oft über viele Jahre hinweg von Generation zu Generation weitergegeben und stellen eine große Faszination in dieser Sportart dar. Ob ein Vereinsmitglied allerdings an derlei Wettbewerben teilnehmen möchte, egal ob an Kumite oder Kata, bleibt jedem selbst überlassen.